3 Min. zu lesen

Strategische Personalplanung als Mehrwert für das Unternehmen

03.11.2020 08:15:00

Die Personalplanung wird erstrangig als operative, kurzfristige und quantitative Personalplanung verstanden. Diese Art von Personalplanung ist auch sinnvoll, wenn sich im Unternehmen und im Marktgeschehen nichts ändert. Keine Veränderungen im internen und externen Umfeld ist aber eher die Ausnahme. Aus diesem Grund spielt die strategische Personalplanung eine bedeutende Rolle.  

Was versteht man genau unter der strategischen Personalplanung?

Unter der strategischen Personalplanung versteht man die Planung quantitativer und qualitativer Mitarbeiterkapazitäten im Hinblick auf die strategische Unternehmensplanung. Ziel ist es, kurz-, mittel- und langfristig die benötigten Arbeitnehmenden unter Berücksichtigung der unternehmenspolitischen Ziele zur Verfügung zu haben. Im Vordergrund steht dabei, die Mitarbeitenden in der erforderlichen Qualität und Quantität zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort einzusetzen. 
Bei der strategischen Personalplanung müssen diverse Kontextfaktoren mit einbezogen werden, da sich die Arbeitswelt stetig verändert und mögliche Trends beobachtet und ggf. mit einbezogen werden müssen. Dieses stellt viele Unternehmen vor Herausforderungen. Gegebene Trends, die jetzt schon eine bedeutende Rolle spielen, sind der demografische Wandel, die technologischen und gesellschaftlichen Trends, die Beschleunigung von Innovationsprozessen sowie die Globalisierung. 
Die optimale Planung führt unter anderem dazu, dass das Unternehmen langfristig bestehen bleiben kann, die Wettbewerbsfähigkeit erhalten bleibt und den zukünftigen Anforderungen gerecht wird. 

Vier Planungsaspekte der strategischen Personalplanung 

Planungsaspekte

Die strategische Personalplanung lässt sich in vier Planungsaspekte gliedern. Zum einen die quantitative und qualitative und zum anderen die zeitliche und lokale Personalplanung.
Die quantitative Personalplanung soll sicherstellen, dass die Zahl der benötigten Personalressourcen vorhanden ist.
Die qualitative Personalplanung soll garantieren, dass das verfügbare Personal auch entsprechend qualifiziert ist bzw. das entsprechende Know-How hat. 
Dass die notwendigen Personalressourcen zu dem benötigten Zeitpunkt vorhanden sind, lässt sich zu der zeitlichen Personalplanung zuordnen. 
Die lokale Personalplanung sorgt dafür, dass die Angestellten mit den richtigen Qualifikationen zu der richtigen Zeit auch am richtigen Ort positioniert werden. 

Nur wenige Unternehmen führen eine strategische Personalplanung durch

Personaleinsatzplanung in Unternehmen

Eine Studie im Jahr 2017 ergab, dass generell 91 Prozent der Unternehmen Personalplanung in Ihrem Unternehmen betreiben. Die genauere Betrachtung dieser Unternehmen stellt heraus, dass 78 Prozent eine operative Personalplanung durchführen. Dabei wird sich vor allem auf die quantitative Personalbedarfsprognose, die Personalkosten, die Personalbeschaffungsplanung sowie -einsatzplanung und -nachfolgeplanung konzentriert. 
Die qualitative Personalplanung wird nicht mal bei der Hälfte der Unternehmen mit einbezogen. Demnach hat die Qualität der zukünftig benötigten Mitarbeiter nur einen geringen Stellenwert in der Planung. Wenn diese Art von Planung durchgeführt wird, wird sie in den meisten Fällen einmal pro Jahr ausgeführt. 
Von den Unternehmen, die eine Personalplanung durchführen, betreiben jedoch nur 35 Prozent eine strategische Personalplanung. Dabei handelt es sich bei strategisch um einen Zeitraum über fünf Jahre hinaus. Dabei variieren die Inhalte und deren Thematisierung im Unternehmen stark. 83 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich demnach mit der Anzahl der Mitarbeiten. Zudem wird in 57 Prozent der Fälle auch die langfristige Nachfolgeplanung sowie die zukünftige Qualifikationsstruktur der Mitarbeitenden berücksichtigt. In wenigen Betrieben werden die fachlichen und persönlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden in der Zukunft mit in die strategische Personalplanung mit einbezogen. Des Weiteren ist das Auseinandersetzen mit der Laufbahnplanung und mit den zukünftigen Umweltveränderungen, die sich auf die Qualitätsanforderungen auswirken, eher gering in die Planung involviert. 

Inhalte strategische Personalplanung

Die fünf Schritte der strategischen Personalplanung

  1. Bildung von Jobfamilien
    Zusammensetzung von Stellen anhand vergleichbarer Funktionen, Qualifikationen und Aufgaben. Ziel dabei ist die Betrachtung der Angestellten in Jobfamilien.

  2. Ermittlung des heutigen Personalbestands
    Die Mitarbeitenden werden einer Jobfamilie in einer Personalstammliste zugeordnet. Dadurch soll der Bestand je Alter, Kapazität und Jobfamilie  ausfindig gemacht werden.

  3. Festlegung des strategischen Personalbedarfs 
    Aus der Unternehmensstrategie sollen notwendige Kapazitäten abgeleitet werden. Damit kann der Personalbedarf zur Erfüllung der Unternehmensziele festgestellt werden.

  4. Analysieren von zukünftiger Personalabweichung
    Annahmen bzgl. der Bestandsentwicklung und Simulation werden generiert. Damit können Kapazitäts-, Alters- und Qualifikationsrisiken untersucht werden.

  5. Ableitung von Handlungsfeldern
    Es werden die analysierten Risiken bewertet und daraufhin mögliche Handlungsoptionen gesammelt. Ziel dabei ist es, Maßnahmen ableiten zu können. 

Fazit 

Um als Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben und die eigenen Unternehmensziele zu erreichen, ist es wichtig, die strategische Personalplanung zu berücksichtigen und Prognosen für die Zukunft anzustellen. Das bietet dem Betrieb einen großen Mehrwert und lässt einen größeren Handlungsspielraum zu.  

Unsere Software PROCESS HR schafft Grundlagen für eine strategische Personalplanung

Mit unserer Software PROCESS HR (PHR) optimieren Sie die Einsatzplanung individuell. 

Grundlagen_PROCESSHR

In den Grundlagen der Software sind die ersten notwendigen Elemente aufgelistet, die Sie brauchen, um strategisch planen zu können. Sie können dabei Arbeitsplätze definieren, Qualifikationen, Belastungen, den Personalbedarf sowie die Kosten- und Funktionsstellen hinzufügen. Damit wird die Planung detailliert und auf Ihr Unternehmen zugeschnitten. Durch verschiedene Arbeitsplatz- oder Mitarbeitergruppen lassen sich einzelne Mitarbeitende gruppieren. Trends, die zum Beispiel die Anpassung von Qualifikationen erfordern, können in PHR direkt angepasst werden, um bei der weiteren Planung berücksichtigt zu werden.  
Durch die Definition der verschiedenen Aspekte, die bei der Einsatzplanung berücksichtigt werden müssen, entsteht eine bedarfsorientierte Planung. 

Weitere Informationen

 

Jasmin Sturm

Geschrieben von Jasmin Sturm

Neueste Beiträge