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Hitze am Arbeitsplatz - Bekommen Arbeitnehmende hitzefrei?

11.08.2020 11:37:58

Gerade die letzte und die aktuelle Woche bringt Beschäftigte im wahrsten Sinne des Wortes zum Schwitzen. Nicht nur draußen ist es heiß, sondern auch das Büro kann ganz schön warm werden. Aufgrund der Fürsorgepflicht müssen Arbeitgebende dafür sorgen, dass die Arbeitsräume angenehm klimatisiert sind.

blue sky and sun

 

Was kann die Hitze bei Mitarbeitenden bewirken?

Die Hitze kann negative Folgen für die Gesundheit haben und sich auf die Leistungsfähigkeit auswirken. Eine erhöhte Temperatur kann zum Beispiel zu Kreislaufproblemen,  Hitzeschlägen, Venenstau und schweren Beinen führen.
Durch die hohen Temperaturen sinkt die Konzentrationsfähigkeit wodurch häufiger Fehler gemacht werden oder auch mehr Zeit für eine Aufgabe gebraucht wird als üblich.

Gibt es Hitzefrei für die Arbeitnehmenden?

Das Recht auf Hitzefrei gibt es für die Arbeitnehmenden nicht, jedoch sind in den technischen Regeln für Arbeitsstätten Leitlinien aufgelistet, die sich auf die Raumtemperaturen in einer Arbeitsstätte beziehen.
Dort geht es um die Fürsorgepflicht der Arbeitgebenden. Sie stehen in der Pflicht für gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen zu sorgen. Das bedeutet, dass die Temperatur in den Räumen + 26 °C nicht überschreiten darf.

Was passiert wenn die Raumtemperatur 26 Grad überschreitet?

Wenn die Temperatur in den Räunmen + 26 °C überschreitet sollen Arbeitgebende Schutzmaßnahmen vornehmen. Bei einer Überschreitung von + 30 °C sind sie dazu verpflichtet.

Folgende Maßnahmen sind geeignet:

  • Effektive Steuerung des Sonnenschutzes (z.B. Jalousien nach der Arbeitszeit geschlossen halten)
  • Effektive Steuerung der Lüftungseinrichtung
  • Lüftung in den frühen Morgenstunden
  • Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung
  • Reduzierung der inneren thermischen Lasten (z. B. elektrische Geräte nur bei Bedarf benutzen)
  • Lockerung der Bekleidungregelungen
  • Bereitstellung von Getränken (z. B. Trinkwasser)

Sobald die Temperaturen die + 35 °C erreichen, gilt der Arbeitsplatz nicht mehr als geeignet. Die Arbeit kann somit nicht ohne Weiteres ausgeführt werden. Das bedeutet, dass der oder die Arbeitgebende technische Maßnahmen wie Wasserschleier, Luftduschen oder organisatorische Maßnahmen wie Hitzeschutzkleidung zur Verfügung stellen muss. Wenn diese Austattungen nicht vorhanden sind, sollen die Arbeitnehmenden nach Hause geschickt werden.

Sobald Beschäftigte merken, dass bei ihnen die Temperatur zu Schwindelgefühlen führt oder Anzeichen einer Überhitzung vorliegen, sollen sie in Absprache mit dem Arbeitgebenden nach Hause gehen bzw. den Arzt aufsuchen.
Ausnahmeregelungen gibt es unter anderem auch für Schwangere, stillende Mütter und Beschäftigte mit gesundheitlichen Problemen. Hierfür muss aber ein ärztliches Attest vorliegen.

Maßnahmen_bei_hohen_Temperaturen

Detailliertere Hinweise zu den Raumtemperaturen finden Sie hier.

Regelungen auch im Home Office?

Der Arbeitgebende muss dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz im Home Office den gleichen gesetzlichen Anforderungen genügt, wie der betriebliche Arbeitsplatz. Dazu zählen z. B. ergonomische Bürostühle oder die benötigte technische Ausstattung, jedoch gilt bei einer erhöhten Temperatur keine Pflicht für den Arbeitgebenden Maßnahmen durchzuführen.

Was können Mitarbeitende selber tun, um die warmen Temperaturen im Home Office erträglicher zu machen?

In der folgenden Abbildung sind Tipps aufgezeigt, die durchgeführt werden können, um trotz der hohen Temperaturen einen kühlen Kopf zu behalten. So kann der Arbeitsalltag gut überstanden werden und produktiv gearbeitet werden.

tipps

Jasmin Sturm

Geschrieben von Jasmin Sturm

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